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Personenbezogene Recherchen

»Was hat mein Opa im 1. Weltkrieg gemacht?«

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Verlustlisten (SächsStA-D, 11248 Sächsisches Kriegsministerium, Nr. 8302)
(© Sächsisches Staatsarchiv)

Auszug aus Verlustliste Dokument zum Gesuch von Hans Stosch-Sarrasani um weitere Beurlaubung seines Akrobaten, 4. Juli 1917 Dokument über Soldatengräber im Bereich des XII. Armeekorps, 1914 - 1918

Bei der Frage, ob ein Familienangehöriger während des 1. Weltkriegs Soldat war, wo er eingesetzt war und welche Orden er erhalten hat, stößt man schnell an Grenzen. Personalakten der sächsischen Armee sind nur in geringem Umfang überliefert und auf Offiziere beschränkt [Bestand 11248 Sächsisches Kriegsministerium]. Die Militärstammrollen, die nach dem Beitritt Sachsens in die Bundesarmee die Musterungslisten ersetzten, für den Zeitraum von 1868 bis 1918 wurden im 2. Weltkrieg vernichtet, so dass für die Suche vor allem die Überlieferung der einzelnen Regimenter heranzuziehen ist. Daher muss die Regimentszugehörigkeit bekannt sein, um überhaupt einen Ansatzpunkt für die Recherche zu haben. In den Regimentsbeständen sind Personalangelegenheiten, Auszüge aus den Kriegsstammrollen etc. vorhanden, dabei handelt es sich jedoch um nicht durch Personenregister erschlossene Sachakten. Um die Anzahl der in Frage kommenden Akten einzugrenzen, ist es hilfreich zu wissen, in welchem Bataillon, in welcher Batterie etc. die gesuchte Person gedient hat. Besteht die Vermutung, dass der Gesuchte gefallen ist, kann dieses mit den gedruckten Verlustlisten der Sächsischen Armee von 1914 bis 1918 überprüft werden. Diese enthalten sowohl Gefallene als auch Meldungen über Verwundete und Vermisste. Neben den sächsischen Verlustlisten gibt es auch eine Gesamtausgabe für alle Truppenteile des deutschen Heeres inklusive Marine- und Kolonialeinheiten. Die Verlustlisten werden momentan durch den Verein für Computergenealogie so aufbereitet, dass sie über eine Datenbank recherchierbar sind.

Verlustlisten speziell von Einwohnern von Dresden und Umgebung finden man im Bestand 11248 Sächsisches Kriegsministerium mit ausführlichen Angaben zur Person, u. a. Geburtstag, Geburtsart, Arbeitsstelle und Wohnung vor der Einberufung, Regiment, Teilnahme an Gefechten, Auszeichnungen, Todesursache und Grabstätte. Auch hier ist aufgrund des Ordnungsprinzips nach Regimentern ein schneller Zugriff über den Namen leider nicht möglich.

Unterlagen zu Vorschlägen und Verleihung von Eisernen Kreuzen und sächsischen Kriegsauszeichnungen befinden sich in der Überlieferung der jeweiligen Regimenter, aber auch auf der Ebene der Generalkommando- und Ministerialebene. Für sächsische Kriegsauszeichnungen (Militär-St.-Heinrichs Orden, Verdienst-Orden, Albrechts-Orden, Ehrenkreuz, Friedrich-August-Medaille, Erinnerungskreuz für freiwillige Krankenpflege, Carola-Medaille und Kriegsverdienstkreuz) ist auch der Bestand 10712 Ordenskanzlei heran­zuziehen. Er enthält vor allem zahlreiche Matrikel, die vom Benutzer jedoch Blatt für Blatt durchgesehen werden müssen, da selten Namensindizes vorliegen.

Abschließend mag vielleicht der Hinweis überraschen, dass die Militärüberlieferung auch bei der Suche nach Zivilisten hilfreich sein kann. So gehörte zur Einberufungspraxis auch die Erfassung der männlichen Mitarbeiter bei Behörden und anderen Einrichtungen. Daher befinden sich im Bestand 11352 Stellvertretendes Generalkommando des XII. Armeekorps beispielsweise Personallisten des Zirkus Sarrasani aus dem Jahr 1917.

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